Lunge

Anders als sehr schnelle Tiere wie Pferde, verfügt die Ziege über relativ kleine Lungen. Nehmen diese Lungen Schaden, so reduziert sich der Bewegunsradius dieser Ziege beträchtlich.

Schafrotz / Pasteurellose

Symptome:
Gelblicher Ausfluss aus der Nase, Husten, verstärkte Atmung, Fieber, Kümmern, Sterben.

Ursache:
Lungenentzündung, die vor allem Lämmer dahinrafft. Verantwortlich dafür sind nicht nur Krankheitskeime, sondern feuchtes Stallklima, enge Haltung, schlechte Luft, Futterumstellung, Verwurmung.

Therapie:
Antibiotisch behandeln, weil sonst die Lunge irreversibel geschädigt wird.
Licht, Luft, Platz und gutes Futter. Weiteres siehe Lungenentzündung

Lungenentzündung

Pneumonie, Pneumonia

Erscheinung:
Plötzliches hohes Fieber, Rotz, die Atmung ist hastig (normal wäre 25 Atemzüge/Min.) und geräuschvoll, hört man den Brustkorb über dem Ellbogen ab, klingt es wie ein Schnellzug im Tunnel.
Wird sie nicht behandelt, füllen sich die Lungen immer mehr mit Wasser, so dass sie schliesslich erstickt.

Ursache:
Viele Erreger kommen in Frage, zum Ausbruch kommt die Entzündung aber wegen feuchter und Ammoniak belasteter Stallluft. Öffnungen im Dachfirst sorgen für bessere Luftzirkulation. Holzkohle oder Gesteinsmehl (Zeolith) in der Einstreu binden den Stickstoff und verhindern die Ausdünstung von Ammoniak.

Behandlung:
Sulfonamide/Antibiotika und leichter Zugang zu Wasser und Futter für das kranke Tier, dazu kreislaufunterstützende Mittel.
Pat Coleby greift zu Vitamine: 8 g Vitamin C, 1 g Vitamin B12 injizieren, danach stündlich 3 g Vitamin C bis die Krise überstanden ist.
Warmes Wasser mit naturtrübem Apfelessig (1 Tasse auf 3 Liter), einige Blätter Andorn hineingeben – ein uraltes Lungenheilkraut. Hat sich die Ziege etwas berappelt, kann man jede zweite Injektion durch orale Gaben von je 5 g Vitamin C und 5 g Dolomit ersetzen, dazu ein TL Lebertran. Knoblauch – ob als Tablette oder Zehe – ist jetzt auch nützlich.
Sobald die Ziege wieder frisst, Zweige reichen und frisches Grün. Alfalfa und Spreu ist das erste, was eine Kranke gut fressen mag. Kein Getreide. Wenn sie keinen Appetit entwickelt, kann man die B12 Injektion wiederholen. Dann soll sie auf die beste Weide mit Sonne und Schatten; bei kühl-feuchten Wetter ein Mäntelchen umlegen.
Lungenentzündungen hinterlassen Narben, die man nun mit Vitamin E behandeln sollte.

Juliette de Bairacli Levy  gibt Knoblauch und Lavendeltee mit Honig. Fieber senkt sich nach einem Senfwickel beidseits der Wirbelsäule. Dann der Ziege einen Pullover überziehen. Nach 40 Min. Wickel abnehmen und Senf abwaschen, Pulli wieder überziehen!

Kiefern- und Rosmarinzweige knabbern lassen.

Husten

Husten ohne Fieber deutet auf Lungenwürmer hin, diese hinterlassen eine Vernarbte Lunge, die sie für den Rest des Lebens husten lassen. 500 Einheiten Vitamin E während 10 Tagen kann dem abhelfen – Vitamin E reduziert Vernarbung.

Wird der Husten von Fieber und Niedergeschlagenheit begleitet, sollte man ihn wie eine Lungenentzündung behandeln. Probleme mit den Atmungsorganen gehen oft mit ungenügender Calcium/Magnesiumversorgung einher.

Erkältung

Die Ziegen in einen geschützten Bereich bringen, gut abreiben, einen Jutesack umbinden. Wiederkäuer halten sich warm mittels Heu im Magen, sie erkälten sich, wenn sie keines bekommen. Pat Coleby: Vitamin C 1 TL oral oder 10cc als Injektion (sehr schmerzhaft). Ein TL Brandy in Milch ist immer noch ein probates Mittel – auch bei Ziegen.

Sind Kitze erkältet, wird es schwieriger: Fährt man mit dem Finger ins Maul und es fühlt sich drinnen kalt an, muss man das Kitz ins Warme nehmen, wenn das nicht möglich ist sie einwickeln, Milch mit einem halben TL Brandy. (Pat Coleby weiss, dass dies Stirnrunzeln erzeugt, aber sie hat damit unzählige Lämmer und Kitze gerettet).

Lungenwurm

Eine Kotprobe klärt den Verdacht. Bestimmte Entwurmungsmittel helfen auch gegen Lungenwürmer. Husten ohne Fieber deutet auf Lungenwürmer hin, diese hinterlassen eine Vernarbte Lunge, die sie für den Rest des Lebens husten lassen!
500 Einheiten Vitamin E während 10 Tagen kann dem abhelfen – Vitamin E reduziert Vernarbung.